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14.02.2016

Ausstellung Bootsflüchtlinge in der ev. Stadtkirche

Unter dem Titel "SOS Europa - Menschenrechte haben keine Grenzen" ist vom 14. Februar bis zum 25. März 2016, in der ev. Stadtkirche Unna, eine Ausstellung zum Thema "Bootsflüchtlinge" zu sehen.

Öffnungszeiten der Stadtkirche

Dienstag bis Freitag: 10 - 13 und 15 - 17 Uhr
Samstag: 10 - 14 Uhr

Die spanische Küstenwache fängt Flüchtlinge ab. © UNHCR / A. Rodriguez

Die Ausstellung

Fast täglich berichten Medien von Flüchtlingen in überfüllten Booten, die versuchen von der Nord- oder Westküste Afrikas aus über das Mittelmeer die Südgrenzen Europas zu erreichen. Sind es leichtsinnige Abenteurer, politisch verfolgte Flüchtlinge oder verzweifelte Opfer von Kriegen, Wirtschafts- under Umweltkatastrophen?

Mit immer mehr Soldaten, immer modernerer Technik und noch mehr Geld fängt die EU die Flüchtlinge schon auf dem afrikanischen Festland oder spätestens auf dem Mittelmeer ab. Haben sie den Boden eines EU-Landes erreicht, beginnt ein asylpolitischer Hindernislauf. Sie finden sich in überfüllten Flüchtlingslagern wieder, von wo aus sie schnellstmöglich wieder in ihre Heimatländer abgeschoben werden sollen.

Die Ausstellung zeigt, wie der Weg und das Schicksal vieler Bootsflüchtlinge verläuft, wie die EU auf diese humanitäre Herausforderung reagiert und welche menschenrechtlichen Mindeststandards bei ihrer Bewältigung gewährleistet sein müssen, es aber oft nicht sind.

Hintergrund

Weltweit sind fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht - so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und bitterer Armut und hoffen, in Europa Schutz zu finden und ein neues Leben beginnen zu können. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe!

Die Flucht nach Europa ist lebensgefährlich: 2014 starben allein auf dem Mittelmeer über 3.500 Menschen bei dem Versuch, in die EU zu gelangen. Andere ersticken auf dem Landweg in überfüllten LKW-Anhängern, werden an den EU-Außengrenzen misshandelt oder ohne Prüfung von Asylgründen zurückgeschickt. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sind mitverantwortlich für diese Toten: Sie haben eine immer unbezwingbarere Festung geschaffen, um sich gegen Migrantinnen und Migranten abzuschotten. Flüchtlinge sind daher gezwungen, gefährliche Wege auf sich zu nehmen - viel zu oft mit tödlichen Folgen.

Die Hauptverantwortung beim Schutz von Flüchtlingen tragen bislang diejenigen Staaten, die ohnehin schon wenig haben: 86 Prozent der Flüchtlinge werden von Entwicklungsländern aufgenommen. In die EU und nach Deutschland kommen nur vergleichsweise wenige: 2014 haben die Türkei, Pakistan, Libanon, Iran, Äthiopien und Jordanien die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Deutschland und andere EU-Staaten müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen und sie menschenwürdig behandeln. Sie müssen faire und zügige Asylverfahren gewährleisten und denjenigen, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können, eine Perspektive bieten.