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09.08.2016

Infostand am 20.08.2016

Mit einem Infostand in der Fußgängerzone möchte die Unnaer Gruppe von Amnesty International am Samstag den 20. August 2016, von 10 bis 14 Uhr, auf die Massenüberwachung in Nordkorea aufmerksam machen. Die Regierung kontrolliert die Nutzung von Mobiltelefonen und Internet immer stärker, um ihr absolutes Informationsmonopol zu erhalten.

© Amnesty International

Wer in Nordkorea dabei erwischt wird, im Ausland lebende Familienangehörige mit einem Mobiltelefon zu kontaktieren, riskiert die Inhaftierung in einem Straflager. Seit der Machtübernahme durch Kim Jong-un im Jahr 2011 haben die Kontrolle der Kommunikation sowie die Repression und Einschüchterung der Bevölkerung deutlich zugenommen. Die meisten Nordkoreanerinnen und Nordkoreaner, die aus dem Land geflohen sind, haben keine Möglichkeit, ihre zurückgebliebenen Familienangehörigen zu kontaktieren. Damit bleiben beide Seiten im Ungewissen, ob ihre Angehörigen noch leben, ob sie im Gefängnis inhaftiert oder Repressalien ausgesetzt sind.

In einer Petition fordert Amnesty International die Regierung von Nordkorea dazu auf, alle Restriktionen zur Meinungsfreiheit aufzuheben und insbesondere seine Bürger frei kommunizieren zu lassen und ihnen den Zugang zu Informationen außerhalb seiner Grenzen zu ermöglichen, ohne dass sie Repressalien fürchten müssen.

Am Infostand können Sie unsere Petition unterzeichnen und sich über die Menschenrechtslage in Nordkorea informieren.

Hintergrund

Seit dem Ende des Koreakrieges und der Teilung Koreas in Nord- und Südkorea im Jahr 1953 ist Nordkorea eine Diktatur. Die Familiendynastie in dritter Generation hat die "Demokratische Volksrepublik Korea" zu einem der wirtschaftlich schwächsten und abgeschottetsten Länder der Welt gemacht.

Sämtliche Menschenrechte werden mit Füßen getreten: Die Menschen sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt (Versuche, ins Ausland zu fliehen, werden „bis in die dritte Generation“ mit Arbeitslager, Folter oder Hinrichtung geahndet). Die Ausübung jedweder Religion wird, Berichten zufolge, hart bestraft, u.a. mit Straflager. Hiervon sind auch ausländische Staatsangehörige betroffen. Die Bevölkerung hat keinen Zugang zu unabhängigen Informationen und die Behörden schränken die Rechte auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung drastisch ein. Allem Anschein nach gibt es keine unabhängigen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Zeitungen oder politischen Parteien. Nordkoreaner können auf den Besitz ausländischer Medienerzeugnisse hin durchsucht und hart bestraft werden, wenn sie derartiges Material anhören, ansehen oder lesen. Die Ernährungslage und die medizinische Versorgung sind katastrophal. Reisen ins Land sind nur in geführten und ständig bewachten Gruppen möglich; Kontakte mit der Bevölkerung sind verboten. Deswegen ist auch unser Wissen über Nordkorea beschränkt.

Weitere Informationen zu der Menschenrechtslage in Nordkorea finden Sie auch auf der Homepage der Korea-Kogruppe von Amnesty International (amnesty-korea.de/Nordkorea).