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Juan Almonte Herrera: Verschwunden seit 2009


Juan Almonte Herrera

Die Ortsgruppe Unna betreut zur Zeit einen Einzelfall aus der Dominikanischen Republik. Der 1959 geborene Juan Almonte Herrera arbeitete als Buchhalter und war Mitglied der Nichtregierungsorganisation Comité Dominicano de los Derechos Humanos (Dominikanisches Komitee für Menschenrechte), als er am 28. September 2009 auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle das letzte Mal gesehen wurde. Berichten zufolge wurde er von vier Männern entführt, bei denen es sich laut Augenzeugen um Polizeibeamte handelte. Seit dem Verschwinden des siebenfachen Familienvaters und Ehemanns wurden seine Familie und seine Freunde mehrfach bedroht und verfolgt.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie weiter unten

Geschichte und politisches System der Dominikanischen Republik

Informationen zum Thema Verschwindenlassen

Die Mitglieder der Ortsgruppe wenden sich mit Appellbriefen an die Behörden der Dominikanischen Republik, damit eine unabhängige und vollständige Untersuchung des Falles Juan Almonte Herrera durchgeführt wird.

Appellbrief auf deutsch: Juan_Almonte_Herrera.pdf
Appellbrief auf spanisch: Juan_Almonte_Herrera_es.pdf


Details zum Fall Juan Almonte Herrera

Juan Almonte Herrera (geboren am 4. August 1959) wurde zuletzt am 28. September 2009 gesehen, als er Berichten zufolge von vier Männern entführt wurde, die von Augenzeugen als Polizeibeamte identifiziert wurden. Seit seinem Verschwinden wurden seine Familie und seine Anwälte wiederholt von Polizeibeamten verfolgt und beobachtet. Juan Almonte Herrera wurde möglicherweise Opfer von „Verschwindenlassen“.

Juan Almonte Herrera war Mitglied der Nichtregierungsorganisation Comité Dominicano de los Derechos Humanos (Dominikanisches Kommittee für Menschenrechte). Nach Angaben der Anwälte seiner Familie war er gerade auf dem Weg zu dem Büro, in dem er als Buchhalter arbeitete, als er von vier bewaffneten Männern angehalten wurde. Sie zwangen ihn in ein Auto einzusteigen und fuhren mit ihm weg. Berichten zufolge haben Augenzeugen die vier bewaffneten Männer als Beamte der Anti-Entführungs-Einheit der Nationalpolizei identifiziert. Zwei Stunden nach seiner Festnahme verkündete die Polizei im Fernsehen, dass sie nach Juan Almonte Herrera suche, weil man gegen ihn im Rahmen einer Entführung eines 19-jährigen Mannes in der Stadt Nagua an der Ostküste ermittele.

Nachdem am 2. Oktober 2009 die Anwälte für Juan Almonte einen Habeas Corpus-Antrag stellten, der die Rechtmäßigkeit seiner Festnahme anzweifelte, hat die Zweite Strafkammer des Nationalen Bezirkgerichtes (la Segunda Sala Penal del Distrito Nacional) die Behörden angewiesen, ihn unmittelbar freizulassen. Das Gericht befand, dass Juan Almonte seiner Freiheit beraubt worden war, ohne dass eine richterliche Anordnung der Behörden vorlag. Die Polizei kam der Anordnung nicht nach mit der Begründung, dass er nicht in ihrem Gewahrsam sei und erklärte ihn als flüchtig.

Juan Almontes Verwandte und Anwälte berichteten, dass sie unter Beobachtung von Personen stünden, die Augenzeugen als Polizeibeamte identifiziert hätten. Sie wurden von Autos verfolgt und ihre Häuser wurden von der Straße aus observiert. Anonyme Anrufe forderten Almontes Schwester auf, das Bekanntmachen seines „Verschwindenlassens“ zu unterlassen. Seine in den USA lebende Frau berichtete, dass sie während ihrer Besuche in der Dominikanischen Republik von einem Auto verfolgt worden sei. Sie meldeten diese Überwachungen den Behörden, die ihnen entgegneten, dass sie unter dem Schutz der Polizei stünden – der gleichen Organisation, die sie schikaniert.

Ende Oktober 2009 wurden zwei unidentifizierte verkohlte Leichen in einem Auto in Santo Domingo gefunden und in das Nationale Gerichtsmedizinische Institut gebracht. Eine der beiden Leichen wurde von dessen Schwester als Juan Almonte identifiziert. Als jedoch ein DNA-Test durchgeführt wurde, fiel dieser negativ aus, obgleich die Familie die Art und Weise, wie der Test durchgeführt worden war, angefochten hat.

Trotz der Aussagen von Augenzeugen, dass Almonte entführt worden sei, haben die dominikanischen Behörden sehr wenige Anstrengungen unternommen, um seinen Verbleib zu klären. Die Polizei bleibt bei ihrer Behauptung, Juan Almonte sei flüchtig und forderte Einsicht in die Daten all jener, die das Land verlassen haben, um herauszufinden, ob er sich unter ihnen befand. Juan Almontes Familie und ihre Anwälte haben bisher keine offizielle Nachricht über den Stand der Ermittlungen zu seinem Verschwinden erhalten, obwohl sie drei Mal Beschwerde bezüglich seiner Entführung eingereicht haben. Die Inter-Amerikanische Menschenrechtskommission hat das Verhalten der dominikanischen Behörden als inadäquat eingestuft.

„Verschwindenlassen“ und Entführungen rufen eine besondere Form des Leids bei den Angehörigen des Opfers hervor, da sie nicht wissen, ob der Verschwundene noch lebt. Ihnen wird damit die Trauerarbeit verwehrt und sie können die rechtlichen und praktischen Probleme wie z.B. Erbschafts- und Rentenangelegenheiten nicht angehen. Für sie ist es ein Verschwinden ohne Ende.

Um unsere Arbeit zu unterstützen, können Sie den folgenden Appellbrief ausdrucken und an die angegebene Adresse schicken: Juan_Almonte_Herrera.pdf

Weitere Informationen zu Menschenrechtsverletzungen in der Dominikanischen Republik finden Sie hier: amnesty-dominikanischerepublik.de


Aktionsbündnis für Roma im Kreis Unna

Rund 200 Roma im Kreis Unna, Flüchtlinge aus dem Kosovo die zum Teil seit mehr als 10 Jahren in Deutschland leben, müssen jetzt mit ihrer Abschiebung rechnen.

Obwohl die Situation der Roma im Kosovo nach wie vor katastrophal ist, hat die Bundesregierung mit dem Kosovo ein Rückführungsabkommen vereinbart, das seit April 2010 in Kraft ist. Aus diesem Grund hat sich in Unna, unter Federführung der Caritas, ein Aktionsbündnis zusammengeschlossen, an dem unter anderem auch die Unnaer amnesty-Gruppe beteiligt ist. Ziel des Bündnisses ist es, eine breite Öffentlichkeit für die Lage der Roma zu sensibilisieren und so Druck auf die Politik auszuüben, um diese Abschiebungen ins Elend zu verhindern.

Entgegen den Lageberichten des Auswärtigen Amtes ist die Situation der Roma-Minderheit im Kosovo laut Menschenrechtsorganisationen, aber auch nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, des Europarats und der OSZE erschreckend: Menschenrechtsverletzungen an Roma sind häufig, werden aber nicht angezeigt. Die Arbeitslosigkeit der Roma erreicht fast 100 %. Gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquoten für Minderheitenangehörige werden missachtet. Die Ernährung der meisten Roma-Kinder ist völlig unzureichend. Für schulische Bildung wird nicht ausreichend gesorgt. Eine angemessene medizinische Versorgung ist auch für Rückkehrer unerschwinglich. Alte und Schwerkranke befinden sich in einer hoffnungslosen Situation. Die Sterbequote ist außerordentlich hoch.

Berichte

  • UNICEF-Studie zur Situation von Kindern kosovarischer Roma, Ashkali und Ägypter in Deutschland und nach ihrer Rückführung in den Kosovo: UNICEF-Studie_Roma2010
  • Kurzbericht zur UNICEF-Studie: Info_Roma2010
  • Bericht über die Reise einer Delegation des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Integration in die Republik Kosovo: Kosovo-Reisebericht
  • UNHCR-Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs von Personen aus dem Kosovo: UNHCR-Richtlinien

Präsentation

  • Präsentation der Caritas/GGUA zum Rückübernahme-Abkommen mit dem Kosovo

Mehr zur Situation der Roma im Kosovo finden Sie hier: aktion302.de/Die-Situation-im-Kosovo.242.0.html

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